vmctl
Quelloffene Werkzeugkette zum Untersuchen, Wiederbeleben und dauerhaften Ausstellen von born-digital Kunst — ohne das Werk selbst zu verändern.
Rolle: Entwickler
Über das Projekt
Ein softwarebasiertes Kunstwerk kommt als Black Box an. Es läuft — bis das Betriebssystem darunter, das Browser-Plugin darin oder das Netz, mit dem es spricht, aufhört zu existieren. Der Reflex ist, das Werk zu reparieren. Genau das darf man nicht tun.
vmctl ist die Werkzeugkette um den umgekehrten Ansatz, entstanden aus der Restaurierungsarbeit für Choose Your Filter! am ZKM:
- Das Werk nie verändern. Was in der Box ist, bleibt wie es ist. Es ist das Kunstwerk.
- Zuerst verstehen. Analytisch auseinandernehmen, bevor drumherum etwas angefasst wird.
- Die Umgebung darunter neu bauen. Drei Schichten unterhalb des Werks, so rekonstruiert, dass das Original unverändert läuft.
Die Pipeline
Ein unbekanntes Werk durchläuft vier Stufen — verstehen, wiederbeleben, erreichbar halten, zeigen:
- artwork-autopsy — öffnet die Black Box und liefert Steckbrief und Wiederbelebungsanleitung.
- research-vm-controller — die Werkbank: setzt das Werk in die passende historische Umgebung und belebt es dort wieder.
- wayback-cache-proxy — friert die historischen Web-Inhalte ein, von denen das Werk abhängt, damit nichts schwarz wird.
- exhibition-vm-controller — nimmt das bewiesene Werk entgegen und trägt es selbstheilend durch die Ausstellung.
Stand
exhibition-vm-controller und wayback-cache-proxy sind veröffentlicht und im produktiven Einsatz, artwork-autopsy ist Alpha. In der Ausstellung belegt: eine VM-Basis trug acht Werke über rund sechs Monate durchgehenden Publikumsbetrieb.
MIT-Lizenz. Hub unter vmctl.org, Code unter github.com/zkmkarlsruhe.