Wie steuert man eigentlich ein Museum?
GPN24 — Gulaschprogrammiernacht · ZKM & HfG Karlsruhe
Ein Medienkunst-Museum ist technisch gesehen ein Gebäude voller Projektoren, Computer, Sensoren und selbstgebauter Elektronik, die morgens alle hochfahren und den ganzen Tag funktionieren müssen. Am ZKM gibt es für fast jedes Gewerk einen Spezialisten — „Mr. Projektor, Mr. Audio, Mr. Computer”, wie ich es im Vortrag nenne — und viele dieser Hüte tragen mein Kollege Daniel Heiß und ich.
Worum es geht
Es ist eine Entstehungsgeschichte, erzählt, wie es wirklich war: Ein Werk macht Ärger, wir lösen es von Hand, dann bauen wir etwas, damit wir es nie wieder von Hand machen müssen. Der Bogen reicht von den allerersten Hacks bis zur heutigen zentralen Steuerung:
- Schalten, erst auf die harte Tour — Licht, dann netzwerkfähige Steckdosen (ANEL über UDP, dann NET-IO per curl), dann die Projektoren, die endlich PJLink sprechen, und SSH als universeller „dann kann ich alles”-Notausgang.
- Windows-Werke am Leben halten — Process-Watchdogs, die einen Absturz erkennen und das Werk zurück ins Leben klicken, inklusive dem, das erst an einem Age-of-Empires-Login vorbei muss.
- „Public Money? Public Code.” — nach zehn Jahren privater Skripte das Open-Sourcen der zentralen Steuerung als GalleryControl.
- Die Spezialitäten — Zeitscheiben-Budgets, die ein kinetisches Werk sieben Minuten am Stück laufen lassen, statt sich im leeren Raum zu Tode zu mahlen; „Satelliten”-Knoten (ein kleines Python-Skript) für Räume in eigenen Subnetzen; ein Flipper Zero, der das Infrarot eines Projektors ohne PJLink und ohne Netzwerk aufnimmt und abspielt; und die wirklich großen Druckluft-Installationen, die dieselbe Logik schaltet.
- COVID, die menschliche Wende — als Kopfhörer keine Option mehr waren, brauchten wir kontaktlose Anwesenheitserkennung — so landeten wir bei günstigen €20-LiDAR-Sensoren. Daraus wurde der 50+-Sensor-Aufbau in Renaissance 3.0.
Es endet auf dem Satz, mit dem ich geschlossen habe: Wenn ich meinen Job richtig mache, merkt niemand, dass ich da bin — ihr genießt einfach die Kunst.